Tipps und Tricks für Prototypen
 
Spielregeln
 
»Ach, bei der Spielregel geb ich mir nicht so Mühe. In den Verlagen sitzen ja Profis...«

Auch wenn diese Formulierung die Tatsachen überspitzt, eine undurchschaubare Spielregel macht den Verlagen ebenso zu schaffen wie ganz normalen Spielern. Natürlich wird der Regeltext vor einer Veröffentlichung neu abgefasst, dennoch ist eine gute Prototypregel im gesamten Auswahl- und Produktionsprozess hilfreich.
Hier ein paar Punkte, die man vor dem Prototypenversand beachten sollte:

  Tipps und Tricks
 
Gliederung
 
Es bietet sich die gewöhnliche und bekannte Gliederung von Spielregeln an:

- Copyrighthinweise (Autor, Entstehungsdatum, E-Mail Adresse, Adresse)
- Daten (Spieleranzahl, Spieldauer, geschätztes Spieleralter)
- Thema (einer Redaktion genügt wohl meist ein kurzer Hinweis auf das Thema, lange Ausführungen sind nicht vonnöten)
- Idee (Der Clou des Spiels in Kürze)
- Ziel (Ganz wichtig: Ein kurzer Überblick, worum es überhaupt geht)
- Material (Welches Material ist dem Prototypen beigelegt und wird für das Spiel benötigt?)
- Vorbereitungen (Was muss man tun, bevor das Spiel beginnen kann?)
- Ablauf (Dies ist meist der Hauptteil der Spielregel, in dem die einzelnen Zugmöglichkeit und Spielrunden beschrieben werden)
- Ende (Was ist die Endebedingung? Wer hat gewonnen?)

 
Kontaktinformationen
 
Ganz wichtig ist ein Vermerk auf der Regel mit Autor, Erstellungsdatum, E-Mail-Adresse, Telefon und Postanschrift.
Dies erleichtert die Verwaltungsarbeit ungemein und verkürzt bei der Kontaktaufnahme oft die Wege.
 
Regelunklarheiten
 
Ein Prototyp soll auf seine spielerische Qualität hin getestet werden. Regelunklarheiten können das unmöglich machen.
Im besten Fall lassen sich Regellücken aus dem Kontext logisch erschließen, natürlich wird das Spiel dann in dieser Weise getestet.
Bei schwierigeren Problemen führt jedoch kein Weg an einer Rückfrage an den Autor vorbei. Dies hat unweigerlich Verzögerungen in der Beurteilung des Spieles zur Folge.

Es empfiehlt sich immer, Prototypregeln vor dem Versand von Unbeteiligten testen zu lassen. Leider haben nur wenige Autoren geeignete Möglichkeiten, da die Testspieler das Spiel schon kennen und Amateure sich nur selten zum Regellesen animieren lassen.
In so einem Fall hilft nur der eigene kritische Blick. Hier sollte man mit der Regel in der Hand eine Proberunde mit sich selbst zu spielen. Angefangen beim Überprüfen des Materials über die Spielvorbereitung bis zur Simulation einiger Spielzüge.

 
Varianten
 
Varianten in Prototypen sind nur selten sinnvoll. Meist kann das Spiel nicht vernünftig in allen verschiedenen Versionen getestet werden. Hier gelangen viele Redaktionen an ihre Kapazitätsgrenzen.

Varianten empfehlen sich nur dann, wenn sich das Spielgefühl stark dadurch verändert. Sinnvoll für den Verlag ist dabei ein Hinweis wie: Variante mit Memoryelement, glücksreduzierte Variante, Kinderspielvariante, Variante für 2 Spieler.
Niemals sollte man Varianten einsetzen, weil man sich selbst darüber im Unklaren ist, welche Regelfassung das bessere Spiel ergibt. Dies ist meist ein Indiz für ein zu selten getestetes Spiel.

 
Themenvorschläge
 
Themenvorschläge sind auf einem Beiblatt oder der letzten Regelseite gut aufgehoben. Auch wenn ein wundervolles Thema im Idealfall bereits auf das Spiel zugeschnitten ist, und somit in Titel und Gestaltung des Prototypen wiedergespiegelt wird, kann eine Palette von Themenvorschlägen manchmal sinnvoll sein.

Ein, zwei gut durchdachte Themenvorschläge sind dabei oft hilfreicher als ein Dutzend lose mit dem Spiel verbundene Ideen. Dennoch sollten auch gut recherchierte Vorschläge möglichst kurz beschrieben werden (1 bis 2 Sätze). Je mehr ein Thema erklärt werden muss, umso weniger kann man es auch dem Endverbraucher vermitteln.

Auch wenn die Vorgehensweisen der Spieleautoren sich bei der Entwicklung eines Spiels stark voneinander unterscheiden, lohnt es sich, Spiele in einem thematischen Kontext zu entwickeln, der beim Endprodukt eng mit dem Spielsystem verwoben ist.

 
Formate
 
Viele Verlage nehmen Vorschläge gerne in elektronischer Form als Dateien entgegen. Weit verbreitet ist das Word-Format, aber auch PDFs sind meist möglich.
Aufgrund oft schlechter Internetübertragungsraten sollte man darauf achten, die Bilder in der Regel gut zu komprimieren oder auf das nötige Maß zu reduzieren.
 
Version 1.1 © 12/07/2001-02/02/2004 by Marcel-André Casasola Merkle
 
 
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